Verein - Tuskulum Aue PDF Drucken E-Mail

§ 2 Zweck des Vereins

 

Zweck des Vereins ist es, die sich seit Mitte der neunziger Jahre in Aue entwickelte, eigene Stilrichtung der elektronischen Musik zu fördern und das damit verbundene Gemeinschaftsgefühl im Sinne von Weltoffenheit und Toleranz zu bewahren.


 

Vorstandsbeschluss zur digitalisierten Musik 

Ganz eindeutig - ANALOG!!! -

 

1. Die Art und Weise
Die analoge Technik hat hinsichtlich des dynamischen Frequenzganges und besonders bei der Wiedergabe der Klangtiefe eindeutige Vorteile. Bei einem üblichen digitalen Speicherformat, wie beispielsweise „WAVE“, steht der Klangtiefe, d. h. der Natürlichkeit des jeweiligen Tons, eine Bandbreite von 1411 kBit/s zur Verfügung. Das bedeutet, dass die Natürlichkeit der Musik nur durch 1411 kBit je Sekunde repräsentiert wird. Bei einem analogen Medium hingegen ist dieser Wert nahezu unendlich. Was grundlegend festzuhalten bleibt, ist, dass ein digitales Musiksignal nur einen Bruchteil dessen darstellt, was die Musik eigentlich beinhaltet.

2. Kreativität

Der oft angemahnte Zusammenhang zwischen technischer Innovation und künstlerischer Freiheit bzw. Aktivität, ist durchaus argumentierbar, doch greift dieses Argument zu kurz. Wie keine andere Fähigkeit liegt wohl die künstlerische Schaffenskraft außerhalb der menschlichen Ratio und ist maßgeblich von emotionalen Empfindungen abhängig. Kreativität generiert und reproduziert sich weitestgehend aus Empfindungen. Wenn nun beispielsweise ein Künstler Musik hört oder gerade produziert, so beeinflusst ihn diese Wahrnehmung der Musik und löst Empfindungen aus, die sich in seinem weiteren Tun fortsetzen und widerspiegeln. Benutzt jetzt dieser Künstler möglicherweise digitale Medien oder Produktionsmaterial, so unterliegt seine Wahrnehmung, also auch seine Empfindung, den oben beschriebenen Einschränkungen hinsichtlich der Natürlichkeit der Musik. Dies lässt sich vielleicht in der Art veranschaulichen, dass die Kreativität des Künstlers dann auf einer Basis von 1411 kBit/s beruht oder anders ausgedrückt, ist die Möglichkeit seiner künstlerischen Freiheit in dieser Art beschränkt oder besser reduziert. So ähnlich wie bei einem Maler dem nur zwei Farben zur Verfügung stehen, um seine Kreativität anzuregen, als wenn ihm alle Farben dieser Welt bereit stünden. Deshalb steht der oft propagierte Zusammenhang zwischen technischer Innovation und Freiheit, in diesem Fall, auf tönernen Füßen. Er verhindert das, was er zu erreichen versucht oder in anderen Worten, er ist paradox.


3. Zeitgeist

Natürlich bieten die digitalen Möglichkeiten ein wesentliches Potential der Erleichterung. Es müssen keine Platten mehr gekauft werden. Jeder kann sich seine Tracks bequem aus dem Netz downloaden. Jeder kann mit Musiksoftware seinen eigenen Vorstellungen Ausdruck verleihen. An dieser Stelle zu polemisieren und zu meinen, dass Qualität eben ihren Preis hat und das Gebot von „cheaper and faster“ weniger Gebot als Trugschluss ist, sei dahingestellt. Die separate Musikauswahl, wie sie beim Downloaden von mp3-Tracks der Fall ist, verschenkt kreatives Potential für die Zukunft. Wie oft kauft sich ein „DJ“ eine Platte, bei der ihm nur einer von vier Tracks zusagt. Oft erkennt er erst nach Jahren, dass die restlichen Musikstücke genauso ihren musikalischen Reiz haben. Beim Downloaden von Tracks werden nur die zu diesem Zeitpunkt für gut befundenen Stücke in das Musikrepertoire aufgenommen. Ähnlich verhält es sich mit dem DJ-Handwerk an sich. Das Auflegen einer Platte, das Eintakten ohne Softwareunterstützung, das Gefühl im Umgang mit diesem Medium erzeugt ein Handlungsbewusstsein- und empfinden, wie es beim bloßen Handhaben einer Computermaus oder Pitchtaste wohl kaum der Fall wäre. Doch die entscheidendste Einschränkung ist, wie oben schon erwähnt, das digitale Format. Denn nicht nur der Künstler selbst, sondern auch der Zuhörer unterliegt dieser Reduktion und wird in seiner Empfindungsmöglichkeit beschränkt. Dies können wir nicht zulassen!!!


4. Die Ausnahme bestätigt die Regel

Es ist wohl schon mittlerweile so, dass rein „analoge“ Musik die Ausnahme darstellt und wenn TUSKULUM etwas ist, dann eine Ausnahme. Sicher werden viele, vor allem der jüngeren Generation, sagen, dass ihnen der Unterschied zwischen digitalen oder analogen Musikquellen nicht auffällt oder schlichtweg egal ist. Dies soll nicht bedeuten, dass jüngere Generationen nicht willkommen wären, doch gilt es an dieser Stelle eines klar zu machen. Unser Focus liegt auf den Generationen, die sich zum Teil schon seit über zwanzig Jahren mit dieser Musik beschäftigen. Es ist wohl einleuchtend, dass diese Generationen, die den Geist der ersten Stunde miterlebt und weitergetragen haben, eben andere Vorstellungen und Ansprüche besitzen. Dies ist unser Vereinszweck!!! Es gibt genügend Gelegenheiten, die ein hinreichend attraktives Angebot modischen Musikrichtungen und Feierkulturen offerieren. Doch stellen wir wohl einer der letzten Möglichkeiten dar, die den Geist des Anfangs versuchen zu bewahren, um für die Leute die dies zu schätzen wissen, eine Oase zu bieten. Es wäre wohl im höchsten Maße sträflich, dies aus kurzsichtigem Übereifer heraus aufzugeben und somit erteilen wir der digitalisierten Musik eine Absage. Denn sie reduziert das, worum es uns geht - ein Höchstmaß an unverfälschter, musikalischer Empfindung.